Prop Firm mit Futures — so kommst du an Fremdkapital
Du hast ein funktionierendes Handelssystem, aber nicht genug Kapital, um davon zu leben? Genau dafür gibt es Prop Firms. Dieser Ratgeber erklärt, wie der Weg zum finanzierten Konto abläuft und worauf es dabei wirklich ankommt.
Was eine Prop Firm eigentlich macht
Eine Proprietary-Trading-Firma — kurz Prop Firm — stellt dir Handelskapital zur Verfügung. Du handelst nicht mit eigenem Geld, sondern mit dem der Firma, und teilst den Gewinn nach einem festen Schlüssel. Bei den hier verglichenen Anbietern behältst du zwischen 80 und 100 Prozent.
Der Zugang führt über eine Evaluierung, oft Challenge oder Combine genannt. Du erreichst darin ein Gewinnziel, ohne die Verlustgrenzen zu verletzen. Danach bekommst du ein finanziertes Konto.
Wichtig zu verstehen: Gehandelt wird in aller Regel in einer Simulationsumgebung. Die Firma spiegelt erfolgreiche Trader gegebenenfalls an den echten Markt. Für dich bedeutet das — es gibt keine Einlagensicherung, die Auswahl eines seriösen Anbieters ist deshalb entscheidend.
Der Ablauf in vier Schritten
- Anbieter und Kontogröße wählen. Entscheidend sind Drawdown-Typ und Consistency-Regel, nicht der Einstiegspreis — der ist über das Feld hinweg fast identisch.
- Evaluierung kaufen und bestehen. Gewinnziel erreichen, Verlustgrenzen einhalten, Mindesthandelstage erfüllen.
- Funded Account erhalten. Die Einrichtung dauert je nach Anbieter wenige Tage.
- Auszahlen lassen. Beachte Wartefristen und Mindesthandelstage, bevor die erste Auszahlung möglich ist.
Drawdown: der wichtigste Unterschied
Der Drawdown-Typ entscheidet häufiger über Bestehen oder Scheitern als das Gewinnziel. Es gibt drei Varianten:
- Trailing (Intraday): Die Verlustgrenze zieht in Echtzeit mit jedem neuen Kontohöchststand nach — auch mit unrealisierten Gewinnen. Anspruchsvoll, weil ein zurückgegebener Buchgewinn die Grenze dauerhaft verschiebt.
- Static: Die Grenze bleibt ab Kontostart konstant. Am einfachsten zu managen.
- End of Day (EOD): Die Grenze wird nur einmal täglich nach Handelsschluss nachgezogen. Für die meisten Trader der beste Kompromiss.
Ein Rechenbeispiel: Machst du vormittags 1.500 US-Dollar Minus und nachmittags 2.000 US-Dollar Plus, zählt beim EOD-Drawdown allein der Tagesendsaldo. Beim Trailing-Drawdown hätte der Vormittagsverlust deine Grenze bereits verschoben.
Consistency-Regel und andere Fallstricke
Die Consistency-Regel begrenzt, welchen Anteil des Gesamtgewinns ein einzelner Handelstag ausmachen darf — üblich sind 30 bis 50 Prozent. Sie soll Glückstreffer verhindern und stetiges Handeln belohnen.
Weitere Bedingungen, die vor dem Kauf einen Blick wert sind:
- Mindesthandelstage, bevor eine Auszahlung beantragt werden darf
- Regeln für das Halten über Nacht und über das Wochenende
- Einschränkungen beim Handel um Nachrichtenereignisse
- Zulässigkeit von Algorithmen, Kopierhandel und automatisierten Systemen
- Kosten und Bedingungen eines Resets nach gescheiterter Challenge
Was es kostet
Die Einstiegspreise der hier geprüften Anbieter liegen zwischen 57 und 187 US-Dollar im Monat. Mit Rabattcodes lassen sich häufig 20 bis 70 Prozent sparen — bei mehreren Anläufen macht das einen erheblichen Unterschied.
Kalkuliere realistisch mit mehr als einem Versuch. Die Pass-Rate liegt bei den meisten Anbietern zwischen fünf und zwölf Prozent. Ein Reset kostet in der Regel 30 bis 50 Prozent der ursprünglichen Gebühr.
Steuern und rechtlicher Rahmen
Auszahlungen einer Prop Firm sind in aller Regel keine Kapitalerträge und unterliegen damit nicht der Abgeltungsteuer, sondern der Einkommensteuer mit deinem persönlichen Satz. Ob zusätzlich eine Gewerbeanmeldung nötig ist, hängt vom Einzelfall ab.
Das ist ausdrücklich keine Steuer- oder Rechtsberatung. Kläre beides mit deinem Steuerberater, bevor die ersten Auszahlungen anfallen.
Wie du den passenden Anbieter findest
Geh nicht vom Preis aus, sondern von deinem Handelsstil. Drei Fragen führen meist schnell zum Ziel:
- Hältst du Positionen über den Tag und gibst Buchgewinne zurück? Dann brauchst du End of Day oder Static, kein Trailing.
- Verdienst du typischerweise an wenigen starken Tagen? Dann meide Programme mit strenger Consistency-Regel.
- Wie schnell brauchst du die erste Auszahlung? Prüfe Mindesthandelstage und Wartefristen, nicht nur die Bearbeitungsdauer.
Den Rest erledigt der Konditionsfilter auf der Startseite — dort lassen sich alle 341 Kontomodelle nach genau diesen Kriterien einschränken.
Häufige Fragen
Brauche ich Vorerfahrung für eine Prop-Firm-Challenge?
Formal nicht — kaufen und starten kann jeder. Praktisch bestehen aber nur rund fünf bis zwölf Prozent der Teilnehmer. Ohne ein Handelssystem, das du über mehrere Monate getestet hast, ist die Wahrscheinlichkeit gering.
Wie viel Kapital brauche ich für den Einstieg?
Die Evaluierungsgebühr, also 57 bis 187 US-Dollar im Monat, plus eine Reserve für mindestens einen weiteren Versuch. Eigenes Handelskapital brauchst du nicht.
Kann ich bei mehreren Prop Firms gleichzeitig handeln?
In der Regel ja, die meisten Anbieter erlauben das. Prüfe aber die Regeln zum Kopierhandel, falls du dieselbe Strategie auf mehreren Konten parallel fahren willst.
Was passiert, wenn ich die Challenge nicht bestehe?
Das Konto wird geschlossen. Du kannst es gegen eine Reset-Gebühr von meist 30 bis 50 Prozent der ursprünglichen Kosten neu starten oder eine neue Evaluierung kaufen.